Zum Recht am eigenen Bild

Das eigene Bild, prägt den Menschen und macht ihn zu etwas individuell Besonderem. Bild: © luminis
Das eigene Bild, prägt den Menschen und macht ihn zu etwas individuell Besonderem. Bild: © luminis

Die Frage, ob ein Foto veröffentlicht werden darf, auf dem eine konkrete Person zu erkennen ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Dabei ist dieses Thema gerade im Zeitalter der Social Media so relevant, wie noch nie.

Beim ‚Recht am eigenen Bild‘ geht es grundsätzlich um die berechtigten Interessen des Abgebildeten. So dürfen Bildnisse von Personen weder öffentlich ausgestellt noch auf eine andere Art verbreitet werden und dadurch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt werden. Beispielsweise berührt die Verwendung eines Fotos für Werbezwecke die Interessen des Abgebildeten, weshalb dafür seine Zustimmung nötig ist.

Ist der Abgebildete bereits verstorben, ohne die Veröffentlichung gestattet oder angeordnet zu haben, müssen die Interessen der nahen Angehörigen berücksichtigt werden (näheres zu diesem Thema gibt es hier). Zur Frage inwieweit Eltern für minderjährige Kinder eine Zustimmung im höchstpersönlichen Lebensbereich erteilen können hier.

Das ‚Recht am eigenen Bild‘ soll insbesondere vor einem Missbrauch der Abbildung in der Öffentlichkeit schützen. Es geht um den Schutz vor einer Bloßstellung und der Preisgabe des Privatlebens gegenüber der Öffentlichkeit.

Damit sind aber auch die Fälle gemeint, in denen ein Bildnis einer Person auf eine Art benützt wird, die Missdeutungen ermöglicht oder entwürdigend oder herabsetzend wirkt.

Der höchstpersönliche Lebensbereich ist besonders geschützt.

Besondere Sensibilität ist bei der Darstellung des persönlichen Lebensbereiches eines Menschen geboten. Wird nämlich in einem Medium der höchstpersönliche Lebensbereich eines Menschen in einer Weise erörtert oder dargestellt, die geeignet ist, ihn in der Öffentlichkeit bloßzustellen, so hat der Betroffene gegen den Medieninhaber Anspruch auf eine Entschädigung für die erlittene Kränkung.

Ausnahmen bestehen nur in wenigen Fällen, zum Beispiel wenn ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem öffentlichen Leben besteht (vorausgesetzt natürlich, dass die Darstellung wahr ist) oder wenn nach den Umständen angenommen werden konnte, daß der Betroffene mit der Veröffentlichung einverstanden war. Es gibt auch noch weitere Ausnahmen. Unter anderem im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Vorkommnisse im Nationalrat oder für Journalisten und Medieninhaber, die nachweislich die gebotene journalistische Sorgfalt eingehalten haben.

Empfehlung: Zustimmung einholen!

Nachdem es aber oft schwierig ist, zu entscheiden, ob berechtigte Interessen einer konkreten Personen gegen eine Veröffentlichung des Bildes sprechen oder nicht, lautet die grundsätzliche Empfehlung daher, sich die Einwilligung des Abgebildeten einzuholen. Dies gilt vor allem dann, wenn Zweifel über die Interessenlage besteht.

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