Ungenehmigte Verwendung von Bildern prominenter Sportler ist ein Wettbewerbsverstoß.

Vielleicht morgen schon prominente Sportler (Bild: © Suzanne Tucker / Shutterstock.com)
Vielleicht morgen schon prominente Sportler (Bild: © Suzanne Tucker /  Shutterstock.com)

Zwei Tageszeitungen lieferten sich einen Rechtsstreit zur Frage der Veröffentlichung von Sportler-Bildern.

Die Klägerin war Sponsorin der österreichischen Herrenfußballnationalmannschaft. Ihr stand aufgrund einer mit dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB) abgeschlossenen Vereinbarung für den Bereich Printmedien/Tageszeitung das branchenexklusive Recht zu, sowohl mit dem Bild der Fußballnationalmannschaft in ihrer Gesamtheit, als auch alternativ in einer Kleingruppe von mindestens fünf Spielern auch mit deren Namen zu werben. Überdies verfügte die Klägerin aufgrund dieser Vereinbarung über das Recht, ihr Logo auf sämtlichen Drucksorten, Postern, Autogrammkarten und Tickettaschen des ÖFB aufzudrucken.

Die einzelnen Nationalspieler gestatten dem ÖFB die Verwendung sowie die Verwertung ihrer Persönlichkeitsrechte, soweit ihre Spielertätigkeit in einer Auswahlmannschaft des ÖFB davon berührt wird, weiters die Geltendmachung dieser Rechte im eigenen Namen sowie die gerichtliche Verfolgung von Verletzungen dieser Rechte.

Die Beklagte wiederum bewarb in einer Ausgabe ihrer Tageszeitung „ihr tägliches EM-Poster zum Rausnehmen“ und legte verschiedenen Ausgaben diverse Poster bei, die ua die österreichische Fußballnationalmannschaft samt Trainern und Betreuern, das Logo der Beklagten, des ÖFB und der UEFA-EURO 2016 zeigten.

Die Klägerin klagte auf Unterlassung. Die Beklagte wendete dagegen ein, dass sie keine fremden Sponsor- oder Exklusivrechte verletze. Zwischen der Klägerin und dem ÖFB seien keine branchenexklusiven Rechte vereinbart worden. Die Vereinbarungen der Klägerin mit dem ÖFB seien der Beklagten nicht bekannt. Weder der ÖFB noch ein ihm angehörendes Mitglied des Nationalteams hätten sich gegen die Verwendung der beanstandeten Bildnisse verwehrt. Die Klägerin mache sich eigenmächtig zur „Verteidigerin“ angeblich verletzter Rechte Dritter.

Hierüber entschied der Oberste Gerichtshof (OGH)[1], dass aus dem „Recht am eigenen Bild“ zwar keine Unterlassungsansprüche Dritter abgeleitet werden können, die Veröffentlichung der Bildnisse prominenter Sportler kann im Zusammenhang mit Eigenwerbung des Mediums aber nicht mit einem Interesse der Öffentlichkeit gerechtfertigt werden. Auch sonst ist kein schützenswertes Interesse der Beklagten ersichtlich, die Bilder prominenter Sportler ohne deren Zustimmung für Zwecke der Eigenwerbung zu nutzen.

In sinngemäßer Anwendung der hier heranzuziehenden Branchenusancen (Ehrenkodex für die österreichische Presse) wäre nach den anständigen Marktgepflogenheiten daher vor der Veröffentlichung die Zustimmung der Abgebildeten zur Verwendung ihrer Bilder zu Werbezwecken einzuholen gewesen.

Auch bei der hier notwendigen Abgrenzung zwischen Berichterstattung und Eigenwerbung ist auf das eindeutige Überwiegen des Aspekts der Absatzförderung des eigenen Mediums abzustellen. Dabei ist die Ankündigung in ihrer Gesamtheit zu würdigen und neben deren Inhalt insbesondere der Anlass und die Aufmachung sowie die Gestaltung und Zielsetzung des Mediums zu berücksichtigen.

Im vorliegenden Fall habe die Beklagte daher nach der Entscheidung des OGH die Grenze zur Eigenwerbung deutlich überschritten.

Siehe auch: Sportlerfotos dürfen nicht für Werbung verwendet werden, wenn es dafür keine Zustimmung von den Sportlern gibt.

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[1] OGH vom 28.3.2017, 4Ob45/17x)

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