Nennung des Fotografen laut Metadaten

Bei der Verwendung eines Fotos unbedingt auch einen Blick in die Metadaten werfen (Bild: © Rawpixel.com /Shutterstock)
Bei der Verwendung eines Fotos unbedingt auch einen Blick in die Metadaten werfen (Bild: © Rawpixel.com / Shutterstock)

Welche Angaben für die Herstellerbezeichnung eines Lichtbildes müssen bei der Namensnennung des Fotografen berücksichtigt werden?

Das Gesetz räumt dem Hersteller das Recht ein, jedem anderen die Verbreitung und Vervielfältigung von Lichtbildern ohne die Bezeichnung des Herstellers zu untersagen. Auch elektronischen Dateien bzw im Internet ersichtliche Fotos sind davon umfasst.

Welche Herstellerbezeichnung muß angegeben sein?

Der Anspruch des Lichtbildherstellers setzt voraus, dass der Wunsch des Fotografen, auf allen Ausfertigungen seine Bezeichnung anzubringen, auf „objektive Weise in enger Verbindung mit dem Lichtbild“ zum Ausdruck gebracht wird.

Bei einem digitalen Lichtbild ist es über die sogenannten Metadaten möglich, zusätzliche Informationen über das Bild in der Bilddatei selbst zu speichern. Metadaten oder Metainformationen sind Daten, die Informationen über Merkmale anderer Daten enthalten, aber nicht diese Daten selbst. Bei den durch Metadaten beschriebenen Daten handelt es sich oft um größere Datensammlungen wie Dokumente, Bücher, Datenbanken oder Dateien (https://de.wikipedia.org/ wiki/Metadaten).

Der hier angewendete IPTC-IIM-Standard (kurz: IPTC) dient zur Speicherung von Metadaten in Bilddateien (wie hier in einer JPEG-Datei). Informationen – sowohl Text als auch Datums- und Zahlenwerte – werden in einem durch diesen Standard definierten Format in einem speziellen Bereich der Datei abgelegt (vgl https://de.wikipedia.org/Wiki/IPTC-IIM-Standard).

So ist es ausreichend, wenn der Name auf die Umhüllung der Negativfilme, auf die für die Diapositive verwendeten Plastiksäckchen oder auf die Rückseite von Papierabzügen geschrieben wird. Sobald dies der Fall ist, muss diese Bezeichnung dann bei der Nutzung des Fotos in Verbindung mit der Abbildung sichtbar gemacht werden.

Der Hersteller ist also nicht verpflichtet, seinen Namen auf dem eigentlichen Lichtbild zu nennen, damit dieser bei einer Veröffentlichung anzugeben ist. Entscheidend ist, ob es dem Nutzer bei normalem Lauf der Dinge möglich ist, bei einer Vervielfältigung vom Namen des Herstellers Kenntnis zu nehmen.

In der Praxis werden diese Hinweise aber oft nur in Begleitschreiben oder gar erst in der Rechnung angegeben.

Dabei kann es zu Problemen kommen. Wenn der Hinweis nur in einem Begleitschreiben an den ersten Abnehmer angegeben wird, dann wird ein späterer Erwerber, sofern ihm nicht der Wille des Herstellers bekannt wird, davon keine Kenntnis erlangen; das Gleiche gilt auch für bloße Aufschriften auf der Verpackung eines Pakets, wobei dem auch der Gedanke zugrunde liegt, dass Umhüllungen von Paketen üblicherweise weggeworfen werden, ohne dass ihnen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Name des Fotografen laut Metadaten?

Wie steht es um die Namensnennung, wenn der Fotograf diese überhaupt nur in den Metadaten mitgeteilt hat? Handelt es sich dabei um eine Verbindung, dass Nutzer bei normalem Lauf der Dinge davon Kenntnis erlangen könnte. Noch dazu, wenn der Auftraggeber des Fotos selbst das Foto dem Nutzer zur Verfügung stellt.

In einem Fall[1] stellte eine Fotografin im Auftrag ein Portraitfoto her. Auftraggeber war ein Autor einer Tageszeitung. Die Fotografin übermittelte dem Autor das Lichtbild als elektronische Datei im JPEG-Format, wobei in den IPTC-Metadaten (das sind Daten, die Informationen über andere Daten enthalten) folgende Hinweise enthalten waren:

Autor: E*****K*****“, „Copyright-Status: Public Domain“ und „Copyright-Hinweis: E*****K*****“.

Weder in der Rechnung noch in einem Begleitschreiben war darauf hingewiesen.

Die Tageszeitung verwendete dieses Foto zur Illustration der Beiträge Autors, ohne dabei eine Herstellerbezeichnung beim abgebildeten Foto anzuführen.

Hierzu vertraten die Gerichte die Ansicht, die Fotografin habe durch die entsprechenden Hinweise in den Metadaten hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die Anführung ihres Namens bei allen Veröffentlichungen des Lichtbilds wünsche. Der Tageszeitung wäre es zumutbar gewesen, in die (in den Metadaten enthaltenen) Angaben der Fotografin einzusehen. Aufgrund der in den Metadaten zum Lichtbild abrufbaren Informationen sei zu Recht von einer ausreichenden Verbindung der Metadaten mit dem Foto auszugehen.

Wenn im analogen Bereich sogar die Umhüllung von Negativfilmen oder die Rückseite eines Papierabzugs ausreicht, muss dies umso mehr für die Metadaten einer Bilddatei gelten, zumal die Metadaten für den Nutzer leicht abrufbare Bestandteile der elektronischen Datei sind. Somit schaffen auch Hinweise in den Metadaten eine ausreichende Verbindung zum digitalen Bild.

Das bedeutet: Wenn die Herstellerbezeichnung am Foto, auf der Verpackung, in einem Begleitschreiben, in der Rechnung oder in den Metadaten ersichtlich ist, sollte das Lichtbild mit Namensnennung veröffentlicht werden (außer es wurde zwischen dem Fotografen und dem Nutzer etwas anderes vereinbart). Dabei reicht es aber nicht aus, den Namen einfach nur in den Metadaten zu belassen, vielmehr muss der Nutzer des Fotos diesen dann bei der Abbildung des Fotos in Verbindung damit öffentlich sichtbar angeben.

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[1] OGH vom 28.3.2017, 4 Ob 43/17b

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