Die Pflicht zur Urhebernennung bzw Herstellerbezeichnung (Fotonachweis)

Der Künstler bestimmt, ob und wie er auf seinem Werk genannt wird. (Bild: © settaphan)
Der Künstler bestimmt, ob und wie er auf seinem Werk genannt wird. (Bild: © settaphan)

Die Pflicht zum Fotonachweis bzw Urhebernennung (= Urheberbezeichnung) im Hinblick auf den Fotografen als Urheber ergibt sich aus § 20 Urheberrechtsgesetz:

§ 20. (1) Der Urheber bestimmt, ob und mit welcher Urheberbezeichnung das Werk zu versehen ist.
(2) Eine Bearbeitung darf mit der Urheberbezeichnung nicht auf eine Art versehen werden, die der Bearbeitung den Anschein eines Originalwerkes gibt.
(3) Vervielfältigungsstücke von Werken der bildenden Künste darf durch die Urheberbezeichnung nicht der Anschein eines Urstückes verliehen werden.

Auch eine Bearbeitung darf mit der Urheberbezeichnung nicht auf eine Art versehen werden, die der Bearbeitung den Anschein eines Originalwerkes gibt.

Vervielfältigungsstücke von Werken der bildenden Künste darf durch die Urheberbezeichnung nicht der Anschein eines Urstückes verliehen werden.

Der Urheber (Fotograf) kann auch verfügen, dass er anonym bleibt oder ein Künstlername angegeben wird. Albrecht Dürer gab beispielsweise immer seine berühmten Initialen an, andere Künstler signieren mit dem vollen Namen oder einem Pseudonym.

Das Gleiche gilt auch für den Hersteller eines Lichtbildes (§ 74 UrhG) und beim Erwerb von Fotos beispielsweise über eine Bildagentur. Üblicherweise spricht man in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Fotonachweis bzw der Herstellerbezeichnung:

§ 72 Abs 3: „Hat der Hersteller ein Lichtbild mit seinem Namen (Decknamen, Firma) bezeichnet, so sind auch die von anderen hergestellten, zur Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücke mit einem entsprechenden Hinweis auf den Hersteller zu versehen. Gibt ein derart bezeichnetes Vervielfältigungsstück das Lichtbild mit wesentlichen Änderungen wieder, so ist die Herstellerbezeichnung mit einem entsprechenden Zusatz zu versehen.

§ 72 Abs 4: „Bei den mit einer Herstellerbezeichnung versehenen Vervielfältigungsstücken darf auch die Gegenstandsbezeichnung von der vom Hersteller angegebenen nur so weit abweichen, als es der Übung des redlichen Verkehrs entspricht.

Für Fotografien bedeutet dies, dass der Fotonachweis in der Form anzugeben ist, wie der Fotograf bzw der Hersteller dies vorgegeben hat. Es ist natürlich auch eine Vereinbarung mit dem Fotografen/Hersteller möglich, wonach er auf Nennung verzichtet, üblicherweise schlägt sich dies aber in den Kosten der Fotonutzung nieder. Zu empfehlen ist, eine solche Vereinbarung schriftlich zu machen, damit man einen Beweis hat.

Darüber hinaus können sich  Art und Weise der Nennung aus den Branchen-Gepflogenheiten (Verkehrsüblichkeit) ergeben. Dies ist abhängig vom Einzelfall. Das Problem mit den Gepflogenheiten ist, dass derjenige, der sich darauf beruft, beweisen muss, dass es solche Usancen wirklich gibt.

Wird die Urhebernennung (Fotonachweis) zu Unrecht unterlassen, droht eine gerichtliche Klage auf Unterlassung und die Verurteilung zu einer Schadenersatzzahlung.

Nach der Verbandsempfehlung für Bildhonorare des Fotogewerbes in Österreich der Bundesinnung der Berufsfotografen ist für die unterlassene Herstellerbezeichnung ein Zuschlag von 100% vorgesehen.

Achtung: Trotz der Angabe eines Fotonachweises muss man vor der Verwendung des Fotos unbedingt die Zustimmung für die Verwendung einholen (Nutzungsbewilligung).

Umgekehrt bedeutet die Zustimmung zur Verwendung nicht, dass man keinen Fotonachweis angeben braucht – dieser muss trotzdem angegeben werden (es sei denn der Fotograf hat – wie gesagt – darauf verzichtet oder es ergibt sich aus den Verkehrsgepflogenheiten etwas anderes).

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