Eine Live-Fußballübertragung ist ein Filmwerk

Nicht die statische Wiedergabe durch eine Kameraposition sondern wechselnde Aufnahmen aus verschiedenen Positionen, unterschiedliche Blickwinkel und Bildausschnitte oder Übersichten, gestaltete Detailwiederholungen und Wiedergabegeschwindig-keiten, einzelne originelle Einstellungen sowie ergänzende Grafiken etc machen das Spiel zum Filmwerk (Bild: © dechevm)
Nicht die statische Wiedergabe durch eine Kameraposition sondern wechselnde Aufnahmen aus verschiedenen Positionen etc machen das Spiel zum Filmwerk (Bild: © dechevm)

In einem Wettbüro wurden die Fernsehübertragungen von Fußballspielen öffentlich gezeigt. Dabei stellte sich die Frage, ob überhaupt ein Filmwerk vorliegt und ob damit Urheberrechte verletzt werden.

Hierzu entschied der OGH, dass auch die unmittelbare Übertragung eines Sportereignisses ein Werk der Filmkunst sein kann. Dies setzt voraus, dass die Kameraführung, Bildregie (einschließlich Wiederholungen, Einblenden von Grafiken und andere Gestaltungsmittel) und gegebenenfalls auch der Kommentar eine individuelle Zuordnung zum (jeweiligen) Schöpfer erlauben.[1]

Schon das Handelsgericht Wien vertrat die Auffassung, dass nicht die statische Wiedergabe durch eine Kameraposition sondern wechselnde Aufnahmen aus verschiedenen Positionen, unterschiedliche Blickwinkel und Bildausschnitte oder Übersichten, gestaltete Detailwiederholungen und Wiedergabegeschwindig-keiten, einzelne originelle Einstellungen sowie ergänzende Grafiken etc. das Spiel zum Filmwerk machen.[2]

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[1] OGH vom 27.1.2015, GZ 4 Ob 208/15i; vgl auch OGH 4 Ob 184/13g – Livesportübertragungen mwN).
[2] Handelsgericht Wien vom 20. April 2015, GZ 19 Cg 136/12i-43

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