Die Karikatur als Zukunft der Konzertfotografie?

Das Publikum rockt das Konzert. (Bild: © aarstudio)
Das Publikum rockt das Konzert. (Bild: © aarstudio)

Der Titel ist wohl etwas ironisch gemeint, spricht aber eine durchaus ernste Thematik des Vertragsrechtes im Bereich der Foto-Berichterstattung über Konzerte an.

Verschiedentlich beginnen Zeitungen und Fotografen nämlich gegen die restriktiven und knebelnden Fotografenverträge zu protestieren, die auf Konzertveranstaltungen von einigen Musikern vorgegeben werden. Zeitungen erproben den Aufstand und treten in eine Art ‚Fotostreik‘.

Grund dafür ist, dass die vertraglichen Vorgaben für Fotografen für Fotos, die auf Konzerten gemacht werden, zunehmend massive Einschränkungen beinhalten. Es wird dadurch für Fotografen uninteressant überhaupt zu fotografieren.

Die Zukunft der Konzertfotografie: Nur noch Karrikaturen oder Computer-Abbildungen? (Bild: © maxxyustas)
Die Zukunft der Konzertfotografie: Nur noch Karrikaturen oder Computer-Abbildungen? (Bild: © maxxyustas)

Dazu kommt, dass Zeitungen keine Fotografen mehr entsenden, weil sie kaum für Fotografien zahlen, die sie nur 1x im 1. Jahr verwenden dürfen. Diese Vertragsvorgaben sind schlicht inekzeptabel, weil ein Fotograf – bis auf diese geringfügige Verwertungsmöglichkeit – sämtliche Rechte abtreten muß.

Zuletzt hat beispielsweise die kanadische Zeitung „Le Soleil“ wegen der restiktiven Verträge der „Foo Fighters“ überhaupt darauf verzichtet einen Fotojournalisten zum Konzert zu schicken. Dafür wurde der Karikaturist Francis Desharnais beauftragt Zeichnungen vom Auftritt der Musiker anzufertigen.

LeSoleil – Photos des Foo Fighters: l’art de contourner des exigences trop strictes

Website von Francis Desharnais

Vorher hatte bereits die Zeitschrift Washington Citypaper ihren Protest dadurch ausgedrückt, dass die Zeitung Konzertbesucher für ihre Smartphone-Fotos bezahlte und deren Fotos verwendete (problematisch könnte natürlich sein, dass die Konzertbesucher noch restriktiveren Bedingungen unterworfen sind, als die Fotografen – ein gelungener Protest ist es allemal).

Washington Citypaper – Why We’re Not Photographing the Foo Fighters

In dem Vertrag heißt es unter anderem, dass ein Foto vom Fotografen nur binnen 1 Jahres für 1 einziges Mal verwendet werden kann, alle anderen unbeschränkten Rechte aber an Foo Fighters übertragen werden.

Wie der Spiegel“ berichtet sind strikte Fotografen-Verträge in der Musik- und Konzertbranche keine Seltenheit mehr: Erwähnt wird zum Beispiel ‚die britisch-amerikanische Rockband Garbage, wonach diese für ein demnächst erscheinendes Buch unbezahlte Bilder des Fotografen Pat Pope verwendet habe‘. Und dass auch ‚Taylor Swift vorgeworfen werde, ähnlich strikte Ansprüche auf die Bilder zu erheben, die von ihren Konzerten geschossen werden‘.

Bericht auf der „Spiegel“ – Kritik an Fotografen-Vertrag: Zeitung schickt Karikaturisten zu Foo Fighters
und Streit mit Fotograf: Wie fair ist Taylor Swift wirklich?

bildundrecht.at